Ich schreib dann mal ein Buch Teil 8 – korrigieren, überarbeiten und nochmals korrigieren

dany Schreibtipps 4 Comments

Die Rohfassung ist abgeschlossen, aber es fehlt noch der letzte Schliff? Während des Schreibens hat sich die Geschichte weiterentwickelt und jetzt wimmelt sie vor Logikfehlern? Oder die Rohfassung befindet sich gar in einem Zustand, den man nicht mal einem Korrekturleser zumuten kann?

Im Schreibfluss ignoriere ich viele Dinge, die ich dann später überarbeiten muss. Je ordentlicher die Rohfassung verfasst wurde, desto weniger Arbeit dürfte man später in der Korrekturphase haben. Dennoch bezweifle ich, dass es Autoren gibt, die komplett auf eine Korrektur – in welchem Unfang auch immer – verzichten. Denn selbst dem besten Schriftsteller unterlaufen Fehler. Natürlich könnte man diese ignorieren oder seinem Lektor überlassen, falls man sich einen leisten kann oder einen Verlag gefunden hat, der diesen bezahlt.

Ich gehe jetzt einfach mal von meinem Fall aus: Lektor ist nicht bezahlbar. Auf Verlag – und die mühsame Suche danach – wird bewusst verzichtet. Aber trotzdem soll eine professionelle Arbeit veröffentlicht werden.
Mit Sicherheit hat jeder Autor da seine eigene Vorgehensweise gefunden. Meine persönliche Korrekturphase unterteile ich in mehrere Schritte:

  • Handlungskorrektur
  • Stilkorrektur
  • Rechtschreibung & Grammatik
  • laut lesen
  • Korrekturleser lesen lassen
  • Kritik einbauen … oder auch nicht
  • Abschlusskorrektorat durch rechtschreibsicheren Korrekturleser
  • Letzte Überarbeitung

Die Handlungskorrektur – Logikfehler ausmerzen, kürzen und/oder verlängern

Früher war ich immer verunsichert, weil in sämtlichen Schreibratgebern stand, man solle beim Überarbeiten möglichst viel streichen. Ein Viertel des gesamten Textes solle man ins Nirwana schicken. Also warum wurden meine Texte immer länger, wenn ich sie überarbeitete. Machte ich da irgendetwas falsch?

Nope. Wer in seiner Rohfassung zum Schwafeln tendiert, seitenlang Dinge beschreibt, die unnötig sind oder Kapitel verfasst, die keinerlei Relevanz besitzen, dann mag der Faktor Kürzen durchaus angebracht sein. Wenn meine Wenigkeit hingegen anfangen würde, die eigene Rohfassung zu kürzen, bliebe kaum mehr übrig als eine Inhaltsbeschreibung.

Das liegt wohl an meiner Art, wie ich die Rohfassung schreibe. Denn ich verzichte weitestgehend auf blumige Umschreibungen, setze meine Dialoge wie in einem Drehbuch, verzichte hin und wieder auf Umgebungsbeschreibungen und vergesse zumeist den Geruchs-/Geschmacks- oder Tastsinn. Meine Rohfassung besteht aus purer Handlung. Was soll ich da also wegkürzen?
Vielleicht setzt der Beginn der Geschichte zu früh ein. Vielleicht wurden ein paar Dialoge zu langatmig. Trotzdem ist das, was ich wegkürze im Vergleich zu dem, was ich dazuschreibe deutlich weniger.

Also was passiert nun in der Handlungskorrektur? Grob gesagt, ich überarbeite die Handlung. Klingt logisch, oder? ;-) Wenn ich in der Mitte des Schreibprozesses etwas Neues hinzugefügt habe, was nicht in der Planung vorgesehen war, dann muss ich das womöglich vorne anfügen. Wenn ich merke, dass hier und da ein paar Beschreibungen des Umfeldes, der Personen oder deren Gefühle fehlen, dann schreibe ich sie dort hinein.  Überall, wo ich denke: „Hier fehlt was“, fülle ich die Lücken und halte am Ende die erste vertretbare Fassung meines Buches in Händen. Noch nicht perfekt, aber immerhin stimmt die Handlung. Diese Art der Korrektur läuft bei mir eher sprunghaft ab. Ich lese zwar den kompletten Text einmal durch, springe aber immer wieder an andere Stellen vor und zurück, um Logikprobleme zu entdecken, wühle in meinen Notizen und recherchiere noch Dinge nach, die ich während des Schreibens zunächst ignoriert hatte, um im Fluss zu bleiben. Für diese Korrektur brauche ich mindestens so lange wie für das Schreiben der Rohfassung. Eher länger.

Stilkorrektur – an Formulierungen feilen

Meistens erledige ich die Stilkorrektur zum Großteil schon während der Handlungskorrektur. Denn neue Sätze entstehen dort bereits im Feinschliff, werden mehrfach überdacht, und wenn mir grobe Stilblüten auffallen, korrigiere ich diese sofort, bevor ich sie nachher übersehe. Oder ich notiere mir diese für später.

Doch die Stilkorrektur ist teilweise fast schon mathematischer Natur. Der Text wird abgeklappert auf Wortwiederholungen, Satzanfänge, überflüssige Adjektive, die man durch starke Verben ersetzen könnte, Passivkonstruktionen, schwache Verben und so weiter. Das Programm Papyrus Autor – das ich leider erst seit kurzem besitze – stellt eine solche Stilkorrektur, die einem beispielsweise Wortwiederholungen anzeigt. Gerade zeigt sie mir zum Beispiel das Wort „Wortwiederholungen“ grün umrandet an. Sie korrigiert natürlich nicht den Text, sie markiert lediglich Stellen, die man vielleicht ändern sollte.

Wer das lieber per Hand erledigt, sich das Programm nicht leisten möchte oder kann, dem empfehle ich hierfür erstmal: Ausdrucken. Den gesamten Text ausdrucken und dann mit verschiedenfarbigen Stiften unterstreichen, einkreisen, wegstreichen, Striche an den Rand setzen etc. Der Autor Andreas Eschbach hat auf seiner Website eine ausführliche Anleitung, was man alles ankreiden sollte, wenn man seinen Text durchgeht.

Die Stilkorrektur von Papyrus Autor entstand übrigens in Zusammenarbeit mit ihm. Daher ist die Vorgehensweise ähnlich.
Aber ich rate davon ab, einen kompletten Roman auf diese Weise durchzugehen. Das dauert nämlich ewig. Ich hatte das bei meinem ersten Buch mal versucht. Nachdem ich die erste Kurzgeschichte durch hatte, reichte es mir und ich beschränkte mich auf Fehltritte, von denen ich gemerkt hatte, dass ich diese häufiger beging als andere. Es ist also ganz gut mal als Test, um zu sehen, wo die Schwachstellen des persönlichen Schreibstils liegen. Ein 400-Seiten-Buch auf diese Weise durchzuarbeiten, ist etwas für Menschen mit unendlicher Geduld. Und ob es so viel bringt? …

Will man denn wirklich alle Adjektive und Füllwörter streichen, die für das Textverständnis überflüssig erscheinen? Es geht ja nicht allein ums Textverständnis. Es geht auch um den eigenen Stil. Adjektive und Adverbien sind nichts Böses! Sie sind keine Textfüllsel, auf die man in jeder Situation verzichten kann. Aber es gibt Momente, in denen sie besser durch starke Verben ersetzt werden. Hier ein Beispiel: Sie schritt stolz davon. Vs. Sie stolzierte davon.

Das funktioniert natürlich nicht immer. Hier ein Gegenbeispiel: Ihr weißes Kleid flatterte aufgeregt im Wind. Vs. Ihr Kleid flatterte im Wind.
„Weiß“ beschreibt das Kleid. Durch ein Verb ersetzen ist nicht möglich. Wenn ich es streiche, fehlt hier eine Information. „Flatterte“ ist bereits ein sehr ausdrucksstarkes Verb. Dennoch lenkt „aufgeregt“ durch seine Dopplung den Fokus auf dieses flatternde Kleid. Würde dieses aufgeregte Flattern im weiteren Verlauf der Geschichte eine wichtige Rolle spielen oder wäre es eine Metapher für die aufgeregte Frau, die dieses Kleid trägt, würde ich es keinesfalls streichen wollen. Soll es aber nur eine blumige Beschreibung sein, könnte man es weglassen. Es hängt also auch immer mit dem Kontext zusammen.

Füllwörter sind auch solche bösen Buben, die man angeblich nicht braucht. Aber mal ehrlich: Füllwörter können einen Text aufpeppen. Vor allem in Dialogen verhelfen sie zu mehr Authentizität. Beispiel gefällig? „Du bist ein blödes Arschloch!“ Vs. „Du bist ja so ein dermaßen blödes Arschloch!“

Ich hoffe, ich konnte gut darlegen, dass eine Stilkorrektur nicht zwangsläufig aus dem Streichen von angeblich überflüssigen Wörtern besteht. Es hängt immer vom Kontext und dem eigenen Stil ab. Ein Programm mit einer integrierten Stilkorrektur streicht wahllos alles an, was man überarbeiten könnte, aber nicht muss.

Wichtig ist es, dass am Ende der Stilkorrektur ein Text vorliegt, der eurem Schreibstil entspricht – ein harmonisches, homogenes Gebilde aus Worten, das zur Geschichte passt. Schreibt ihr sehr blumig, dann sollte er das auch sein und nicht durch das Kürzen von Adjektiven aufs Wesentliche beschränkt werden. Plant ihr einen Text, der aus Passivkonstruktionen bestehen soll, dann macht das. Es bleibt euch überlassen. Eine Stilkorrektur ist dennoch wichtig. Denn um Fehler so zu machen, dass sie zu eurem Stil gehören, muss man sie kennen und gezielt einsetzen. Unbeabsichtigte Stilblüten fallen negativ auf und können – wenn sie häufig vorkommen – auch die raffinierteste Handlung in einem schlechten Licht erstrahlen lassen.

Rechtschreibung und Grammatik – absolutes Muss!

Ja, was soll ich dazu groß sagen? … Wer selbst veröffentlicht, muss sich darum kümmern, dass sein Text nicht vor Fehlern wimmelt. Wer einen Verlag oder einen Lektor hat, sollte das auch tun. Denn selbst wenn ein Lektor 99% aller Fehler findet, bleiben bei 100 Fehlern zwar nur einer übrig, bei 1000 Fehlern sind es aber schon zehn. Und ich hatte bereits von einer Lektorin gelesen, die sich weigerte Self-Publisher zu lektorieren, weil diese ihr Texte schickten, die mit Fehlern übersät waren und sich dann beschwerten, dass sie als Profi nicht alle ausgemerzt hätte.

Natürlich passieren Fehler. Selbst Verlagsbücher haben Rechtschreibfehler drin. Aber man sollte es doch möglichst auf ein Minimum begrenzen. Wer der Rechtschreibung nicht ganz mächtig ist, der kann sich heutzutage mit einfachen Mitteln behelfen. Zum einen besitzt jedes Schreibprogramm eine Rechtschreibkorrektur. Einfach mal starten und durchgehen – aber auch bitte aufpassen! – denn nicht alles, was das Programm korrigieren will, ist so auch korrekt.

Im Zweifelsfall hilft der Duden. Ob als Wälzer im Bücherregal oder kostenlos online. Rechtschreibung und Grammatik ist das grundlegende Handwerkszeug. Ich behaupte von mir zwar nicht, dass ich sie perfekt beherrsche (sieht man ja auch an meinem Blog), aber für Texte, die ich verkaufen möchte, setze ich alles daran, sie so fehlerfrei wie möglich zu halten. Und das ist auch eine ganz dringende Empfehlung von mir an alle Self-Publisher. Wir wollen professionell veröffentlichen, oder? Es gibt kaum etwas Unprofessionelleres als einen Text voller Fehler. Und es verdirbt dem Leser den Spaß an eurer Geschichte.

Laut lesen – aber bitte hundsmiserabel!

Der Text ist eigentlich schon so gut wie fertig für die erste Runde von Fremdlesern, aber da gibt es noch eine Sache, die ich gerne mache, bevor ich mein Baby zum ersten Mal aus der Hand gebe: Laut und miserabel selbst vorlesen. Davor noch ausdrucken. Der Grund: Wenn man sich seinen Text einmal laut vorliest, entdeckt man Stolpersteine im Lesefluss. Das, was eure Leser herausbringt. Das schicke Synonym, das man gesetzt hatte, um eine Wortwiederholung zu vermeiden, mag in der Stilkorrektur sinnvoll erschienen sein, doch plötzlich stolpert man über diese Stelle. Das Wort passt nicht in den Lesefluss.

Aber so etwas merkt man erst, wenn man sich den Text laut vorliest. Und vor allem sollte man vermeiden, ihn so vorzulesen, wie man es auf einer Lesung tun würde. Denn dadurch kann man Stolpersteine überspielen. Ich lese meine Texte zügig und monoton. Wenn ich irgendwo hängen bleibe, lese ich den Absatz ein zweites Mal, wenn ich dann immer noch stolpere, wird es markiert und im Anschluss überarbeitet.

Korrektur lesen lassen

Niemand entdeckt alle Fehler. Das ist Fakt. Bestes Beispiel für mich trat bei meinem zweiten Buch auf. Ich hatte sieben Korrekturleser und nur wenige meiner Fehler wurden von allen entdeckt. Jeder Korrekturleser hatte mindestens einen Fehler entdeckt, den sonst kein anderer gefunden hatte. Dazu zählen Flüchtigkeitsfehler, Rechtschreibfehler, Logikbrüche, Stilbrüche, unbeabsichtigte Perpektivwechsel, Grammatikfehler und und und.

Manch ein Korrekturleser achtet mehr auf Rechtschreibung, ein anderer auf Logik und Anschlussfehler, wieder ein anderer achtet mehr auf Stil oder auf Spannung und Schwächen in der Handlung. Und alle haben sie unterschiedliche Geschmäcker.

Für mich gilt jedenfalls, dass ich meine Texte mindestens vier Menschen zu lesen gebe, bevor ich sie veröffentliche. Und das würde ich auch machen, wenn ich mir einen Lektor leisten könnte. Ein Buch zu veröffentlichen, das außer dem Autor noch niemand gelesen hat, halte ich für sehr gewagt. Abgesehen von den ganzen Rechtschreibfehlern, die man übersieht, ist man als Autor in vielerlei Hinsicht blind, was den eigenen Text angeht. Und konstruktive Kritik kann niemals schaden.

Doch wo findet man solche fleißigen Leser? Meine Hauptanlaufstelle sind Freunde, die allesamt gewisse Erfahrungswerte und eine ordentliche Rechtschreibung vorweisen. Wer in seinem Freundeskreis keine Korrekturleser findet oder zu wenige, dem würde ich empfehlen, sich mal ein bisschen in Autorenforen herumzutreiben. Meistens finden sich dort hilfsbereite Kollegen, die diesen Job gerne übernehmen. Ich bin auf der Buchstabeninsel und bei den eWriters angemeldet und habe in beiden Foren tolle Erfahrungen gemacht. Dass man im Gegenzug ein signiertes Exemplar des Buches schickt (wenn es gedruckt wird) und auch gegenseitige Dienste anbietet, versteht sich hoffentlich von selbst.

Es gibt übrigens auch immer wieder die Aussage, dass man seinen Text ruhen lassen sollte, wenn man glaubt, dass er fertig sei. Einfach mal einen Monat beiseite legen und erst wieder anschauen, wenn man etwas Abstand gewonnen hat. Ich verbinde das mit dem Korrekturlesen lassen. Denn in der Zeit kann ich eh nichts machen und warte dann, bis ich die Antworten bekommen habe. Ob das ausreichend Distanz ist, hängt wohl auch ein bisschen von der Länge des Textes und der Schnelligkeit der Korrekturleser ab.

Kritik einbauen … oder auch nicht

Das bleibt jedem Selbst überlassen. Nicht jeder Korrekturvorschlag eurer Testleser ist sinnvoll oder passt zu eurem Stil. Hier heißt es also abwägen. Bei Rechtschreibfehlern oder Flüchtigkeitsfehlern ist die Sache klar. Wobei ich Rechtschreibfehler, bei denen ich mir nicht sicher bin, immer noch mal im Duden anschaue. Zum einen hat dies den Vorteil, dass ich hundertprozentig sicher sein kann, hier keine richtige Schreibung in eine Falsche abzuändern und zudem lernt man noch was. Es prägt sich eher ein, als wenn ich nur schnell auf „Änderungen akzeptieren“ klicke.

Bei allem anderen ist es schwieriger. Was, wenn ein paar Leser das Ende nicht gelungen finden, andere wiederum dieses als besonders lobenswert ansehen? Schwierig. Vielleicht ne Münze werfen? Letztlich würde ich an dieser Stelle sagen: Macht das, womit ihr euch persönlich am wohlsten fühlt.

Abschlusskorrektorat durch rechtschreibsicheren Korrekturleser

Nachdem ich alle Korrekturen verglichen und mehr oder weniger in meinen Text eingearbeitet, vielleicht ein paar Stellen neu geschrieben habe, schicke ich ihn stets an eine Person, der ich voll und ganz vertraue: Rabea ist meine letzte Instanz vor der Veröffentlichung. Rechtschreib- und grammatiksicher, kritisch und absolut kein Fan meines Genres. Daher kann ich auch darauf vertrauen, dass sie sich eher auf die Schreibung konzentriert als auf die SF-Elemente. Meistens entdeckt sie zwar nicht mehr allzu viel. Wenn, dann vor allem an den Stellen, die ich neu geschrieben habe, aber dennoch: Sie findet noch Fehler! Fehler, die sonst beim zahlenden Leser gelandet wären. Sobald sie mir ihre Korrektur zusendet, geht es dann an den letzten Schritt:

Letzte Überarbeitung – die letzte Chance zur Fehlerkorrektur (zumindest für Print)

Wie zuvor bei den Korrekturlesern muss ich auch die Änderungen meiner Abschlusskorrekturleserin einbauen – oder auch nicht. Rabea neigt dazu, Schimpfworte oder flapsige Umgangssprache aus meinen Texten zu verbannen, was mich wiederum auf ein paar nette Ideen gebracht hatte (Fremdwörter als Schimpfworte z.Bsp). Dennoch ignoriere ich das zumeist.

Die letzte Überarbeitung läuft normalerweise darauf hinaus, dass ich ihre Korrekturen einbaue und anschließend noch mal alles durchlese. Alle zehn Seiten fällt mir dann vielleicht mal ein Satz auf, der geändert werden könnte oder ich finde doch noch einen Fehler, der von acht Leuten übersehen wurde. Und am Ende hab ich ihn endlich. Meinen fertigen Text. So fehlerfrei wie möglich und das ohne einen professionellen Lektor.

E-Books haben den Vorteil, dass man den Text auch noch nach der Veröffentlichung überarbeiten kann. Daher ist die Endkorrektur nicht zwingend die letzte Möglichkeit für Veränderungen. Möchte man allerdings eine Printausgabe veröffentlichen, sollte man sich im Klaren sein, dass gedruckte Bücher sich nicht in Luft auflösen. Zukünftige Auflagen kann man zwar ändern. Aber gedruckt ist gedruckt.

 

Da ich die Korrekturphasen ursprünglich als einzelne Kapitel schreiben wollte, wird sich meine Blogreihe wohl etwas verkürzen. Dennoch möchte ich auf meinen Hausbauvergleich nicht verzichten. Die Rohfassung war ja der Rohbau. Die einzelnen Korrekturphasen könnte man also mit dem Verlegen der Rohre und dem Streichen der Wände vergleichen. Außerdem wurde es bereits vom Bauherrn abgenommen und ist bezugsfertig. Alles was jetzt noch fehlt, ist die Einrichtung und der Garten.

Mal weg von der Metapher: Einrichtung soll heißen: Fertig machen zum online stellen und der Garten wäre hier im übertragenen Sinne das Cover. Mit dem Cover beschäftige ich mich das nächste Mal. Ich verspreche lieber nicht, dass das in einer Woche passieren wird. Leider fehlt mir ein bisschen die Zeit. So ist das halt, wenn man sich um alles selbst kümmern muss. ;-)

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Kommentare 4

  1. Sehr spannend, sehr aufschlussreich. Gerade der Laut-Lesen-Part ist mir so bisher nicht untergekommen (nicht, dass ich mich besonders ausführlich mit dem Thema ‚Überarbeitung‘ beschäftigt hätte). Ich überlege momentan, dass ich ja eigentlich mal eine meiner Rohfassungen überarbeiten sollte (ob ich es tatsächlich tue, steht auf einem anderen Blatt) und nachdem ich jetzt eine Liste mit Probleme habe und festgestellt habe, dass das so alles gar nicht funktioniert, häng ich ziemlich in der Luft, wie ich jetzt verfahren soll. Da kommt mir der Artikel hier sehr gelegen, den merk ich mir auf jeden Fall :-)

    1. Post
      Author

      Freut mich, wenn mein Artikel weiterhelfen konnte. :-) Wenn die Probleme an deinem Text mit dem Plot zusammenhängen, würde ich dir empfehlen, mal in diesen Artikel reinzuschauen: „Ordnung ins Chaos bringen“
      Manchmal bringt es etwas, wieder an den Anfang zurückzugehen und zu schauen, ob es vielleicht an etwas Grundsätzlichem hängen könnte. Wünsche dir viel Erfolg beim Überarbeiten deiner Rohfassungen!
      Liebe Grüße

      Daniela

  2. Hi! Ich habe mir das jetzt alles mal zu Gemüte geführt und fand das auch sehr interessant und aufschlussreich.
    Leider habe ich das wirklich doofe Problem, dass in meinem Umfeld niemand ist, der Korrektur bei mir lesen könnte, da ich im tiefsten Süden Frankreichs, in den Pyrenäen lebe. Sogar meine Kinder sind absolut keine Hilfe, da sie hier geboren sind und zwar Deutsch fast perfekt sprechen (mit einem süßen französischen Akzent), aber was die Rechtschreibung anbetrifft, also neind,da reden wir lieber nicht drüber! Sonst ist niemand da, dem ich es zutraue, als Korrekturleser bei mir zu fungieren. Ich trau mich bis jetzt auch nicht so recht an die Pros in den Foren ran. Kannst Du mir einen Tip geben, wo ich auf Verständnis für dieses Dilemma finden könnte?
    Liebe Gräuße aus den Pyrenäen
    Eve Kerry

    1. Post
      Author

      Hallo Eve,
      ich würde dir empfehlen, es doch einmal in Foren zu versuchen. Es hängt stark vom Forum ab, wie hilfsbereit die dortigen Autoren sind. Daher kenne ich deine Scheu, die „Pros“ anzuschreiben. Diejenigen, die sich groß als Profi aufspielen, kann man ohnehin getrost vergessen. Hatte da selbst schon ein paar – sagen wir mal – interessante Begegnungen. Aus eigener Erfahrung kann ich jedoch die eWriters und die Buchstabeninsel sehr empfehlen. Alles sehr liebe und hilfsbereite Kollegen. Bin auch selbst noch in beiden aktiv. Melde dich einfach mal an, stelle dich vor und schildere dein Anliegen. Auf Verständnis wirst du garantiert stoßen. Falls du Fragen hast, kannst du dich gern an mich wenden. Ich kann zwar nichts versprechen – haben ja auch nicht immer alle Zeit – aber vielleicht findet sich der ein oder andere Kollege, der bei dir mal Korrektur liest. Abgesehen davon, findest du in Foren auch andere nützliche Hilfestellungen in den verschiedenen Threads. Trau dich einfach.
      Liebe Grüße
      Daniela

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